Astronomische Uhr in Prag feiert 600-jähriges Bestehen

 
 

05.10.2010

Eines der bestauntesten technischen und historischen Denkmäler der Tschechischen Republik – die Astronomische Uhr in Prag – feiert dieses Jahr sein 600-jähriges Bestehen. Das weltweit einmalige Prunkstück des Altstädter Rathauses hat Nikolaus von Kaaden im Jahr 1410 auf Wunsch der damaligen Ratsherrn gebaut.

Von da an hatten die Bewohner der zweifelsfrei multikulturellen Stadt Prag die Möglichkeit, verschiedene Uhrzeiten abzulesen. Mit der Inbetriebnahme der Astronomischen Uhr zählte Prag zu den Metropolen des Mittelalters wie Padua, Bern oder auch Straßburg. Die Astronomische Uhr wurde im Laufe ihrer Existenz unzählige Male optimiert und repariert, erlitt aber auch so manchen Schicksalsschlag.Im 18. Jahrhundert fehlte nicht viel und die Uhr wäre im Alteisen gelandet. Der letzte große Schlag kam kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als Bomben auf das Altstädter Rathaus fielen.Schlussendlich gelang es jedoch die Uhr wieder in Gang zu setzen.Mit etwa drei Vierteln der alten Originalteile ist die Uhr bis heute in Betrieb und somit der am besten erhaltene Zeitmesser der Welt.

Was zeigt die Astronomische Uhr eigentlich an?

Die Grundlage der Astronomischen Uhr ist ein Astrolabium, ein astronomisches Messinstrument, mit dessen Hilfe Astrologen und Seefahrer ab dem Altertum die Position der Sterne, der Sonne und des Mondes bestimmen konnten. Es diente ferner zur Bestimmung der Ortszeit bzw. zur Navigation. Das Astrolabium ist eine große kreisförmige Grundplatte aus Messing, in die zwei Scheiben eingelegt sind, die in der Mitte von einem Stift zusammengehalten werden. Durch die entsprechende Einstellung der gegeneinander verdrehbaren Scheiben kann die Position der Gestirne dargestellt werden. Auf dem Astrolabium sind in Form von Kreisen der Wendekreis des Steinbocks und der Wendekreis des Krebses dargestellt, dazwischen befindet sich der Äquator. Am Rand des Astrolabiums sind die Tierkreiszeichen abgebildet.

Auf der äußerten Scheibe der Uhr informieren goldene Ziffern über die altböhmische bzw. die italienische Zeit, als der Tag noch mit dem Sonnenuntergang begann. Die mitteleuropäische bzw. altdeutsche Zeit wird durch den Sonnenzeiger angezeigt. Im Grunde genommen ist dies die Zeit, nach der wir uns heute richten, diese wird aber erst seit 1948 nach der Reparatur der Uhr in der Nachkriegszeit angezeigt. Das Besondere an der Prager Rathausuhr jedoch ist die Anzeige der babylonischen Zeit. Die Babylonischen Stunden wurden von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gezählt, waren also unterschiedlich lang, da die Stunden im Sommer länger sind als im Winter.Die Astronomische Uhr in Prag ist die einzige weltweit, die diese Zeit messen kann.

Im unteren Teil befindet sich ein Kalenderziffernblatt, mit dem der Tag in Bezug auf die Woche, den Monat und das Jahr angezeigt wird. Auch die beiden Uhrzeiger verdienen unsere Aufmerksamkeit. Der eine besitzt die Form eines Mondes und zeigt an, ob der Mond zu- oder abnimmt. Der zweite Zeiger, in Form einer Sonne, ist der wichtigste Bestandteil der Astronomischen Uhr, da das Astrolabium nach der lokalen Sonnenzeit eingestellt ist. Die Sonne ist auf demselben Zeiger angebracht wie die goldene Hand, die die Uhrzeit anzeigt.

Dann wären da noch die Apostel

Zur Prager Rathausuhr gehört auch ein Apostelumzug. Zu jeder vollen Stunde erscheinen diese ab neun Uhr morgens bis neun Uhr abends in den Fenstern der Uhr. In den Händen halten sie ihre Attribute.Der Umzug wurde vom Künstler und Holzschnitzer Vojtěch Sucharda angefertigt, und zwar gleich zwei Mal.Im Jahr 1912 und nach dem Brand des Rathauses am Ende des Zweiten Weltkriegs.Über den Fenstern mit den Aposteln befindet sich die Figur des Hahns als Sinnbild des Lebens.Mit dem Krähen des Hahns endet der Apostelumzug.Zu beiden Seiten der Uhr sind 4 bewegliche Figuren zu sehen.Die Figur des Eitlen auf der linken Seite ist am Spiegel zu erkennen.Die hölzerne Figur nickt mit dem Kopf und betrachtet zugleich ihr Spiegelbild.Der Geizige hält ein Säckel in der Hand, droht mit einem Stock und schüttelt verständnislos den Kopf.Beide Figuren wurden während des Zweiten Weltkriegs zerstört und durch Kopien aus der Mitte des 20. Jahrhunderts ersetzt.Die Figur des Sensenmanns hat den Brand des Altstädter Rathauses heil überstanden, ist also seit dem 15. Jahrhundert Bestandteil der Uhr.Das Gerippe dreht eine Sanduhr um, in der die menschliche Lebenszeit abläuft. Durch das Läuten der Sterbeglocke und zustimmendes Nicken ruft er allen ihr unabwendbares Schicksal in Erinnerung.Die Figur des Türken ist mit einer Laute abgebildet.Er steht für die menschlichen Sünden Wollust und Leidenschaft.Darüber hinaus sind auf der Uhr Plastiken des Erzengels Michael, eines Philosophen, eines Astronomen und eines Chronisten zu sehen.

Jüngere Brüder

Die Prager Rathausuhr ist die bekannteste und älteste astronomische Uhr auf tschechischem Gebiet. Wer sich für komplizierte Zeitmesser interessiert, wird aber auch außerhalb Prags fündig. Die Nordfassade des Rathauses in Olomouc ziert eine astronomische Uhr, die ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert datiert.Im Zweiten Weltkrieg wurde diese freilich so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass der Stadtrat von Olomouc beschloss, sie durch ein neues Uhrwerk nach dem damaligen Zeitgeschmack, also im Stil des sozialistischen Realismus zu ersetzen.Eine astronomische Uhr vom Beginn des 20. Jahrhunderts hängt am Rathausturm in Litomyšl.Aus derselben Zeit stammt auch die astronomische Uhr am Neuen Rathaus in Prostějov. Im Museum in Ostrava wiederum ist eine kleine astronomische Uhr ausgestellt.Sie wurde im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts von Jan Mašek, einem Beamten der Witkowitzer Eisenwerke, entwickelt.Ein Beispiel für Volkskunst kann im Museum in Uherský Brod bestaunt werden, wo die Astronomische Uhr von Nivnice ausgestellt ist, die vor 90 Jahren vom Zimmermann Josef Lukeš für die Bürger von Nivnice gebaut wurde.

Quelle: Czechtourism

Objekte

Astronomische Uhr in Prag feiert 600-jähriges Bestehen, Quelle: Czechtourism

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